Unterrichtsmethodik · Classic Rock Jazz Gitarre

Diese Methodik ist ein Leitfaden für den universellen Einsatz der Gitarre in der Popularmusik.
Der Zeitraum beschreibt ca. acht Jahre Instrumentalunterricht. Begleitende Gehörbildung und Harmonielehre wird empfohlen.

Die Gitarre und deren Vorgänger (z. B. die griechische Lyra) ist das älteste polyphone Musikinstrument. Der Schüler wird mit einem abstrakten Griffbrett, einer möglichen sechsstimmigen Mehrstimmigkeit, einer horizontal und vertikal führenden Greifhand, als auch mit unterschiedlichen Anschlagstechniken konfrontiert. Auf einem Blasinstrument erschließt sich das Erlernen einer Tonleiter oder Melodie leichter, da es in der Regel nur eine Position des jeweiligen Tones auf dem Instrument gibt. Hinzu kommt, daß ein Blasinstrument durch Tonbildung, Atmung und Resonanz der eigenen Gesangsstimme näher ist und damit das Neuerlernte prägender wirkt.

Trotz dieser eher ungünstigen Ausgangsbasis ist die Gitarre eines der populärsten Saiteninstrumente. Die etwas aus der Mode gekommene Bezeichnung "Schlaggitarre" beschreibt gut die Vorteile einer akustischen Gitarre. Man simuliert mit der rechten Hand die Hi-Hat und Snare Drum des Schlagzeugs. Die tiefe E und A-Saite leiten die Baßstimme und die Akkorde die Harmonik des Stücks. Wird die Melodie noch mit Text gesanglich vorgetragen, hat man alle wichtigen Komponenten einer Band zur Hand. Um als Gitarrist die Qualität eines Paco de Lucias oder Pat Methenys zu erreichen, sollte man, neben eines hohen musikalischen Talents, viele Jahre mit musikalischen Studien und Proben einplanen.

Der gesangliche Vortrag eines Werkes berührt oft am meisten. Instrumente wie z.B. Saxophon oder Violine klingen, wenn sie leidenschaftlich gespielt werden, ähnlich wie die menschliche Stimme. Man sollte ein Musikinstrument als  Verbindung zu seiner eigenen Stimme verstehen. Harmonielehre und Gehörbildung ermöglichen dann zusätzlich ein Verständnis für die Notenschrift.

Eine ebenso starke Bedeutung wie die Harmonik und Melodik eines Stückes hat die Rhythmik. Gerade für Anfänger ist ein klarer Groove die Basis für ein motiviertes Üben. Rhythmus, Harmonie, Melodie und Sound bereiten dem Zuhörer als auch dem ausführenden Musiker ein klangliches und emotionales Erlebnis. Dabei spielt die Stilistik der Musik weniger eine Rolle, sondern vor allem die Leidenschaft des Vortrags, verbunden mit dem Leistungsstand des Vortragenden.

Das Musizieren sollte kein technischer Leistungssport sein.
Musik soll emotional bewegen und Stimmungen schaffen.    

Das geschulte Hören von Intervallen, Tonleitern und Harmonien verbunden mit dem Verstehen des Notensystems und der Harmonielehre ist instrumentenübergreifend und hat eine lebenslange Wertigkeit für den Musizierenden in allen musikalischen Welten.